💚 Bodhi und der Baum der Freundlichkeit (Kapitel 4)

Das Abenteuer, einem Freund zu helfen

Bodhi kniff die Augen zusammen und blickte in die Äste.

Etwas bewegte sich zwischen den langen, herabhängenden Ranken.

Ein Schwanz.

Zwei kleine Hände.

Und dann eine Stimme.

„Bodhi! Hilfe!“

Bodhis Augen weiteten sich.

„Kiko?!“

Hoch oben im riesigen Baum war der kleine Affe zwischen den schwingenden Dschungelranken verheddert.

Je mehr Kiko sich bewegte …

desto mehr schien er steckenzubleiben.

„Ich habe einen neuen Schwing-Trick probiert!“, rief Kiko.

„Aber jetzt komme ich nicht mehr raus!“

Bodhi trat näher an den Baum.

„Kiko! Hör einen Moment auf, dich zu bewegen!“

Doch Kiko zappelte und wand sich weiter.

„Ich versuche es!“

„Beweg dich nicht!“, rief Bodhi noch einmal.

„Du verhedderst dich noch mehr!“

Kiko erstarrte schließlich.

Die Ranken schwankten sanft im warmen Dschungelwind.



Bodhi schaute vorsichtig nach oben.

Die Ranken hingen hoch über ihm.

Und Kiko war noch höher.

Bodhi kratzte sich am Kopf und musterte den Baum.

Ein dicker Ast ragte etwas tiefer aus dem Stamm heraus.

Vielleicht konnte er von dort hinaufklettern.

„Bleib ganz still“, sagte Bodhi.

„Ich komme hoch.“

Bodhi packte die raue Rinde des Baumes und begann langsam zu klettern.

Die Rinde fühlte sich unter seinen Pfoten stark an.

Er zog sich Ast für Ast nach oben.

Höher und höher.

Bis er schließlich nah genug war, um die verhedderten Ranken zu erreichen.

Kiko sah erleichtert aus.

„Du hast es geschafft!“

Bodhi lachte.

„Nun ja… du steckst hier oben wirklich fest.“



Bodhi musterte die Ranken vorsichtig.

Eine Ranke war um Kikos Arm gewickelt.

Eine andere war um seinen Schwanz geschlungen.

Und eine schlang sich sogar um seinen Fuß.

„Wie hast du dich nur so verheddert?“, fragte Bodhi.

Kiko grinste schelmisch.

„Ich wollte einen neuen Dschungelschwung ausprobieren.“

Bodhi kicherte.

„Ich glaube, der Dschungel hat diesen Schwung gewonnen.“

Vorsichtig begann Bodhi, die Ranken zu lösen.

Zuerst eine.

Dann eine andere.

Langsam begannen sich die engen Knoten zu lösen.

Und genau dann…

geschah etwas Magisches.

Die Blätter des riesigen Baumes begannen sanft zu leuchten.

Ein warmes grünes Licht verbreitete sich durch die Äste.

Der Dschungel um sie herum schimmerte langsam in einem tiefen Smaragdgrün.

Die Ranken funkelten sanft im Sonnenlicht.



Kiko schaute überrascht umher.

„Wow… was passiert da?“

Bodhi blickte auf die leuchtenden Blätter.

„Ich bin nicht ganz sicher“, sagte er.

„Aber manchmal verändert sich der Dschungel so, wenn etwas Gutes passiert.“

Die Blätter rauschten sanft über ihnen.

Für einen Moment fühlte sich der Dschungel warm und friedlich an.

Dann löste Bodhi die letzte Ranke.

Und plötzlich

SWUSCH!

Kiko schwang sich frei.

Der kleine Affe packte einen Ast und landete neben Bodhi.

„JAAA!“, rief Kiko glücklich.

„Danke, Bodhi!“

Kiko kletterte schnell vom Baum herunter.

Bodhi folgte ihm.

Als sie den Boden erreichten, sah Kiko Bodhi neugierig an.

„Also… was machst du ganz hier oben auf diesem Berg?“

Bodhi seufzte ein wenig.

„Ich habe mich verirrt.“

Kiko legte den Kopf schief.

„Verirrt?“

Bodhi nickte.

„Ich versuche, nach Hause zu finden.“

Kiko dachte einen Moment nach.

Dann breitete sich langsam ein Lächeln auf seinem Gesicht aus.

„Nun ja… ich kenne ziemlich viele Orte im Dschungel.“

Bodhis Augen leuchteten auf.

„Wirklich?“

Kiko nickte.

„Aber zuerst“, sagte er geheimnisvoll, „sollten wir einen Ort besuchen.“

Bodhi sah neugierig aus.

„Welchen Ort?“

Kiko beugte sich näher und senkte die Stimme.

„Ein Ort, an dem der Dschungel antwortet.“

Bodhi blinzelte.

„Der Dschungel antwortet?“

Kiko grinste.

„Wenn du dort rufst…“

„… antwortet der Dschungel.“

Bodhi blickte auf den Wald, der sich hinter dem Berg erstreckte.

Der Dschungel fühlte sich plötzlich voller Geheimnisse an.

Er lächelte.

„Dann lass uns gehen.“

Und gemeinsam gingen Bodhi und Kiko den Berg hinunter…

ihrem nächsten Abenteuer entgegen.


💚 Was Grün bedeutet

Im Zenmist-Dschungel steht Grün für Freundlichkeit.

Freundlichkeit bedeutet, jemandem zu helfen, wenn er es braucht.

Bodhi half Kiko, als er in den Ranken feststeckte.

Und manchmal kann eine kleine Tat der Freundlichkeit die ganze Welt heller machen.

Genau wie der Dschungel grün leuchtete, als Bodhi seinem Freund half.


🐼 Versuche dies

Möchtest du Freundlichkeit wie Bodhi üben?

Überlege, wem du heute helfen kannst.

Vielleicht einem Freund.

Vielleicht jemandem zu Hause.

Eine kleine Tat der Freundlichkeit kann einen großen Unterschied machen.

Genau wie im Zenmist-Dschungel.

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